Kaiserwasser

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Das Kaiserwasser an der Alten Donau

Das Kaiserwasser ist wohl der Ort in Wien, an dem du den krassesten Kontrast der Stadt erleben kannst. Dieser Seitenarm am unteren Ende der Oberen Alten Donau ist ein Stück „wildes Wien“, das sich direkt zwischen das Gänsehäufel und die glitzernden Glasfassaden der Donau City quetscht. Wenn du dort im Wasser schwimmst, hast du eine Aussicht, die du sonst nur von Postkarten kennst.

Bevor die Donau zwischen 1870 und 1876 zum ersten Mal reguliert wurde, sah es hier noch ganz anders aus: Damals war das Kaiserwasser um einiges größer als heute und sogar der zentrumsnächste Hauptarm des Flusses in Wien. Das Kaiserwasser bildet heute den nördlichen Rand des Stadtteils Kaisermühlen. Auch wenn es nicht mehr der gewaltige Strom von früher ist, bleibt es ein markantes Gewässer, das über zwei schmale Wasserwege mit dem Hauptarm der Unteren Alten Donau verbunden ist.

Das Kaiserwasser liegt im 22. Bezirk direkt „hinter“ der Donauinsel. Wenn du am Kaiserwasser auf der Lagerwiese stehst, trennen dich nur wenige hundert Meter Luftlinie von der Insel. Zwischen den beiden liegt lediglich der schmale Streifen Land mit der Autobahn (A22) und der Neuen Donau. Die U1-Station Kaisermühlen/VIC liegt zwischen Kaiserwasser und Donauinsel: Steigst du dort aus, kannst du nach links zur Donauinsel oder nach rechts zum Kaiserwasser.

Schilf-Idylle vor der Wolkenkratzer-Kulisse

Was das Kaiserwasser so besonders macht, ist dieser surreale Anblick: Du liegst im grünen Schilf oder auf der Wiese, und direkt hinter dir ragen der DC Tower, die UNO-City und der Donauturm in den Himmel. Es ist die perfekte Mischung aus Natur pur und moderner Metropole. Während in den Büros der Donau City gearbeitet wird, genießt du nur ein paar Meter weiter das Urlaubsfeeling. Dieser Kontrast macht das Kaiserwasser zu einem der meistfotografierten Spots der ganzen Alten Donau.

Freiheit genießen: Baden ohne Eintritt

Die Ufer des Kaiserwassers könnten gegensätzlicher nicht sein: An der Nordseite findest du die typischen Wiener Schrebergärten, die für das idyllische, grüne Flair sorgen. An der Südseite erstreckt sich eine große, frei zugängliche Lagerwiese, die besonders im Sommer der Treffpunkt für alle ist, die ohne Eintritt ins Wasser hupfen wollen. Gleich hinter dieser Wiese breitet sich der Goethehof aus. Dieser riesige, beeindruckende Gemeindebau zieht sich bis zur Schüttaustraße und ist ein echtes Wahrzeichen für das soziale Wien in dieser Gegend. Das Beste am Kaiserwasser ist die Ungezwungenheit. Es ist ein komplett öffentlich zugänglicher Naturbadeplatz und daher eine beliebte Alternative zu den Strandbädern an der Alten Donau. Das heißt für dich:

  • Kein Ticket, kein Zaun: Du kannst kommen und gehen, wann du willst, und zahlst keinen Cent Eintritt.
  • Natur pur: Es gibt hier keinen Bademeister und keine Umkleidekabinen, dafür aber eine riesige Lagerwiese, auf der sich am Feierabend die halbe Stadt trifft.
  • Abkühlung direkt: Der Einstieg ins Wasser läuft über kleine Pfade im Schilf oder direkt von der Wiese aus.

Ein Name mit kaiserlicher Geschichte

Der Name „Kaiserwasser“ kommt übrigens nicht von ungefähr. Seinen Namen hat der Ort bekommen, weil das Kaiserhaus diesen Bereich besonders gern für die Jagd und zur Erholung genutzt hat. Als die Donau dann in den 1870er Jahren reguliert wurde, blieb das Kaiserwasser als Teil des Altarms erhalten. Es gibt keinerlei historische Belege für die Geschichte, der Name Kaiserwasser käme daher, dass der Kaiser dort beim Schwimmen beobachtet wurde oder dort ins Wasser gefallen sei.

Action im Sommer, Eiszeit im Winter

Im Sommer ist das Kaiserwasser ein Paradies für alle, die mit dem Stand-up-Paddle oder dem Tretboot unterwegs sind, weil es hier durch die geschützte Lage meistens sehr ruhig zugeht. Aber auch im Winter hat der Spot seinen Reiz: Wenn es mal so richtig lange friert, ist das Kaiserwasser oft einer der ersten Abschnitte, die zufrieren. Dann verwandelt sich die Fläche in einen riesigen Eislaufplatz mitten in der Stadt.

Wissenswert für deinen Besuch

  • Anreise: Einfacher geht’s nicht – nimm die U1 bis Kaisermühlen/VIC, von dort sind es nur ein paar Schritte.
  • Verpflegung: Direkt am Wasser gibt es keine Kioske, aber da du direkt bei der Donau City bist, hast du Supermärkte und Pizzerien in unmittelbarer Nähe.
  • Schatten-Check: Es gibt ein paar große Bäume auf der Wiese, aber die begehrten Schattenplätze sind an heißen Tagen schnell besetzt.

Mein persönlicher Tipp:
Pack dir ein paar Getränke ein und komm am frühen Abend her. Wenn die Sonne langsam hinter den Hochhäusern verschwindet und sich die Lichter der Skyline im Wasser spiegeln, gibt es kaum einen stimmungsvolleren Ort in Wien, um den Tag ausklingen zu lassen.

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